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FAQ
Die Fragen haben wir über Jahre gesammelt, die Antworten kommen von Dr. A. Power, Stv. Chefarzt und Eden Mentor in Rochester, New York, einem der erfahrensten Eden Alternative Umsetzer aus der Aerzteschaft.

Kinder, Tiere, Pflanzen, das haben wir alles schon. Was für einen Mehrwert bringt Eden?
Der Begriff der "nährenden Beziehung" ist zentral für die Eden-Philosophie. Natürlich ist es schön, Kinder, Tiere, Pflanzen um sich herum zu haben, aber Beziehungsgestaltung als Teil der täglichen Arbeit bewusst zu integrieren, damit Sicherheit, Zugehörigkeit, Wachstum und Bedeutung entstehen, das lernt man von der Eden Alternative, und das ist das, war wir uns alle wünschen für uns und unsere Familienmitglieder, die in ein Heim umziehen möchten.  

Niemand zieht gerne um in ein Alters- oder Pflegheim, woran liegt das?
Das zentrale Problem ist das medizinische/institutionelle Modell, das wir für die alten Menschen geschaffen haben, effiziente Arbeitsabläufe, Kostenüberlegungen und kaum Anerkennung für die pflegenden Mitarbeiterinnen.

Das neue Heim in unserer Gemeinde hat alles, Einzelzimmer, Therapieräume, grosse und helle Gänge, einen grossen Aufenthaltsraum, Küchen, Wohngruppen, Begegnungsnischen, ist das nicht gut so?
Das medizinische Modell geht von einer falschen Grundannahme aus. Jahrelang haben wir versucht, es zu verbessern, in Wirklichkeit müssen wir es aber in etwas ganz Neues transformieren – wir brauchen eine Alternative. Das neue Heim in Ihrer Gemeinde  ist gebaut wie eine grosse Klinik, mit Beigaben wie Küchen, Begegnungsnischen, die an ein zu Hause erinnern sollen.  Wollen Sie in einer Mischung von Klinik und zu Hause leben? Oder ziehen Sie ein echtes zu Hause vor?

Leiden Menschen in Pflegeheimen wirklich an Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile?
Die drei Qualen sind real, sie tragen zum Leiden, zu Krankheit und Sterblichkeit bei, und sie finden im medizinischen Modell kaum Berücksichtigung. Das können Sie selber herausfinden, wenn Sie Heimbewohner danach fragen, was aber selten vorkommt.

Wie weiss ich denn, was alte Menschen brauchen?

Wichtig ist es, dass Entscheidungen in Absprache mit den alten Menschen getroffen werden sollten. Das ist ein Punkt, der in Gegensatz zum institutionellen Modell steht. Hier zwei wichtige Aspekte:

a) Bewohner und Personal, das im tagtäglichen Einsatz steht, werden ermächtigt, ihren Alltag gemeinsam zu gestalten. Die Eden Alternative kann so persönliches Wachstum fördern und ein Gegenmittel zu Hilflosigkeit für beide Gruppen sein.

b) Traditionelle Institutionen haben starre Strukturen, die Effizienz, Regeln und Konformitä t und Kosten über alles andere stellen. Institutionen können aber nicht für Individuen sorgen oder sie in ihrem Wachstum unterstützen. Sie tendieren dazu, die Bewohner davon abzuhalten, Fürsorge anzubieten, weil es nicht "effizient" ist. Sie unterbinden Vielfalt und Spontaneität, weil das die starre Ordnung der Einrichtung stören könnte. Wer würde schon gerne an einem solchen Ort leben?

Das heisst, dass die Umwandlung eines herkömmlichen Heimes nicht ganz so einfach ist, wie es zuerst scheinen mag?
Es ist von entscheidender Bedeutung zu betonen, dass Eden eine Reise und kein Endpunkt ist, und wir müssen auf die Wichtigkeit von Grundlagenarbeit verweisen. Die meisten Heime, die an Eden scheitern, tun es deswegen, weil sie diese entscheidende Phase der Grundlagenarbeit vernachlässigt haben.

Es gibt ja ermutigende Forschungsergebnisse: weniger Medikamente, weniger Zwischenfälle, weniger Personalwechsel:

Ja, das ist so und das ist gut und beeindruckend. Mehr noch interessiert jedoch die Lebensqualität, das Erleben von Beziehungen, einen Grund zu haben, am Morgen aufzustehen, Abwechslung, Spontaneität, Lust, Wohlbefinden. Dazu gibt es bereits ermutigende Studien und Befragungen.

Was würden Sie jemanden fragen, der total gegen die Eden Alternative eingestellt ist?
"Welche Art von Zuhause wünschen Sie sich für sich selbst oder für Menschen, die Sie lieben?". Das sagt meist mehr als alles Andere.

Was ist Ihre Vision der Zukunft?
Alters- und Pflegeheime gemütlicher, seelenvoller machen, das heisst, die betagten Bewohner leben in einer gewollten und bewusst gestalteten Gemeinschaft, zu der sie selber beitragen und in welcher Vielfalt, Gemeinschaft, Abwechslung, Spontaneität, Zuwendung, Interesse aneinander gepflegt werden. Heime sind dann eine erstrebenswerte Alternative und kein Schreckgespenst mehr. Sie werden zu einer normalen, familienergänzenden Einrichtung, welche «mitten im Dorf», mitten im Leben, angesiedelt ist.

Muss man bei Eden Mitglied werden oder fallen sonstige Gebühren an?
Nein, Sie bezahlen nur für die von uns bezogenen Schulungs- und Beratungsleistungen. Danach gibt es keine Gebühren mehr.

Wie ist Eden organisiert?
Es gibt in den USA, wo die Mutterorganisation zu Hause ist, einen Vorstand und eine Direktorin, sowie ein Sekretariat. Eden ist eine non-for-profit Organisation. In Europa gibt es verschiedene Länder- und nationale Koordinatoren, sie werden wiederum von einer Europäischen Koordinatorin angeleitet, geschult und überwacht.

Wann darf ich mich als Eden Heim bezeichnen?
Wenn Sie und Ihre Organisation sich entschlossen haben, die Eden Philosophie anzuwenden und ihre Organisation nachhaltig und langfristig zu transformieren und wenn Sie dazu mindestens die leitenden Personen drei Tage lang dafür schulen ließen.

Lesen Sie zu diesem Thema ein Interview mit Dr. W. Thomas in englischer Sprache.
 
 

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